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Runde Neun: Abschlussbericht |
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Hochdrahtseilakt triumphiert über Vorsichtskalkulation
Arik Braun deutscher Meister 2009
Remis am Spitzenbrett nach einer Stunde und 20 Minuten: Prusikin und Bischoff bringen 12 Züge auf das Brett. Spitzenreiter Prusikin führt mit 7/9 einen halben Punkt vor dem Feld. Er meidet das Risiko, sichert zumindest einen zweiten Platz. Und große Hoffnungen den ersten Platz zu behalten. Doch er gibt sein Schicksal in fremde Hand.
Der Meisterschaftstitel hängt nun vom Ausgang der Partie Baramidze - Braun ab. Braun und Baramidze kennen sich gut, haben Jahre lang zusammen eng freundschaftlich trainiert, zusammen im JOM Team gespielt. Braun steckt wieder einmal eine Figur ins Geschäft und bekommt starken Angriff. Beide folgen lange einer alten Partie zwischen Kramnik und Kasparov. Prusikin setzt auf die weißen Verteidigungskünste von Baramidze, oder zumindest ein friedliches Remis. Im Falle eines Sieges Brauns hat Prusikin die schlechtere Wertung. Doch heute soll es nur einen Sieger geben. Fünf Stunden dauert der Drahtseilakt mit dem Braun seinem Angriff vorträgt. Und ohne doppelten Boden, für beide Seiten gilt es über weite Strecken nur einzige Züge vorzutragen. Baramidze verteidigt sich umsichtig und geschickt. Kurz scheint Braun ins Wanken zu kommen (Ist 28. - Te2: statt 28. - Lh2+ nicht besser?). Doch letztlich sicher ballanciert er sicher ins Ziel. Nach gut 60 Zügen ist die Schlacht entschieden. Arik Braun ist der Deutsche Meister 2009.

An den Spitzenbrettern gab es noch versöhnliche Endrundensiege für Daniel Fridman, Igor Khenkin, Rainer Buhmann, Sebastian Siebrecht, den lange auf GM Normen Kurs segelnden Arno Zude und für Raoul Strohhäcker.
Hinter Braun und Prusikin (beide 7/9) geht der dritte Platz an Klaus Bischoff (6.5). Igor Khenkin, Georg Meier, Daniel Fridman und Rainer Buhmann kommen auf 6 Punkte.
Ein IM Norm gab es gestern schon für Patrik Zelbel, heute können sich Cliff Wichmann (Bild rechts) und Alexander Markgraf über eine IM-Norm freuen. Für Wichmann war es die dritte.
Die NADA lud zum Dopingtest. Und der Zufallszahlengenerator macht es möglich: Herbert Bastian, unermüdlicher Kämpfer im DSB Präsidium für Doping-Kontrollen trifft es auch als Spieler bei der DEM dabei selbst. Auch Michael Prusikin und Sieger Arik Braun sind beim Test mit dabei.
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Tag Acht: Bis zum letzten Zug |
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Bis zum letzten Zug
 Michael Prusikin (Bild links) ist kurz vor dem Ziel, erstmals Deutscher Meister zu werden. Dabei startete der für den SC Forchheim spielende Großmeister gar nicht so erfolgreich, zeigte aber vor allem in den letzten vier Runden absolute Nervenstärke. In Runde Vier noch mit einer Niederlage gegen Georg Meier, gewann er vier Partien in Folge gegen absolut starke
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Tag Sieben: Alles auf Null. |
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Alles auf Null.
 Konzentrieren wir uns heute, drei Spieltage vor Schluss, ausschließlich auf die Spitzenbretter. Wäre die Deutsche Einzelmeisterschaft wie eine Liga, (sagen wir ausnahmsweise mal so wie die Deutsche Fußball-Bundesliga - obwohl man ja den Vergleich noch nie gehört hat, wo kämen wir denn da hin), dann wären wir alle froh, dass die Spitzenreiter verlieren und so die Meisterschaft wieder spannend machen. So sollte es dann auch sein.
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Tag Sechs: Gewinnen ist nicht wichtig ... |
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Gewinnen ist nicht wichtig ...
solange man nur gewinnt ...
Sagte sich Yuri Boidman und entfernte mit 18.Sxd4 einen gedeckten Bauern von Ludwig Deglmanns Brett. Draußen 10 Grad windig - die Stellung hielt. Und sie hielt auch noch 22. Dxf5 aus, dann gab Deglmann auf. Georg Meier eröffnete heute d4 in einer trotzdem kämpfersch angelegten Partie, einigte sich aber nach dem Rückgewinn des Bauern durch Igor Khenkin auf Remis. David Baramidze und Rainer Buhmann legen es offensichtlich auf einen Endspurt an und teilten sich ebenfalls die Punkte. Das kürzeste Remis lieferten heute Wichmann und Beikert nach nur zehn Zügen ab. Drei Züge länger die saarländische Partie Mayer gegen Müller. Dass das auch anders geht, bewiesen Hendrik Tabatt und Ronny Müller. In einer fulminant geführten Angriffspartie, in der Tabatt alles gab, was er materiell zur Verfügung hatte, erlegte er den schwarzen König. Ein lehrbuchhaftes Qualitätsopfer war in Vatter gegen Hort zu bestaunen. Der Spieler der SvG Saarbrücken 70 nutzte die entstandenen Felderschwächen konsequent aus und gewann wenig später. Vom geschickten Lavieren der Figuren erzählt der Schwarzsieg von Georg Groß nach seinem Bauerngewinn. Apropos Saarländer. Herbert Bastian war mal wieder "natürlich" (Alt) einer der Letzten, genaugenommen der Vorletzte zusammen mit Alexander Markgraf. Doch alles Taktieren half nichts gegen die Punkteteilung.
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Tag Fünf: Das Spiel verstanden |
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Das Spiel verstanden
 Wie man das Brett zum Brennen bringt, ohne wirklich Gefahr zu laufen einen Punkt abzugeben: Das demonstrierten heute zwei, die das Spiel ein bisschen besser verstanden haben, als 98% der übrigen Schachspieler in Deutschland - nämlich Arik Braun und Georg Meier (Bild links). Eine ähnliche Partie hatte Meier schon mal studiert und Braun spielte alles artig mit, hielt sich aber auch fehlerfrei. Eine unglaubliche Zugfolge mit vielerlei taktischem Geplänkel und reihenweise einstehenden Figuren. Das gute Ende beschreibt sich in etwa so: Schwarz hat mit einem Turm weniger ein schönes Zwischenschach und postiert seine Figuren so, dass Weiß den Turm zurückgeben muss.
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